Mit der vietnamesischen Eisenbahn geht's nach vier Wochen zurück nach Ho-Chi-Minh-City. Wir wären gerne noch zwei weitere Wochen geblieben und hätten uns dann den Norden Vietnams angesehen, dazu reicht jedoch die Zeit nicht mehr.
Für die Rückreise wollen wir unbedingt die hiesige Eisenbahn ausprobieren. In Phan Thiet geht der Zug ab, und weil wir schon wieder von oben bis unten nass sind, setzen wir uns in den einfahrenden Zug, der erst in einer halben Stunde abfährt und genießen die Kühle der Klimaanlage.
Als wir Ho-Chi-Minh-City erreichen, kommt schon etwas Wehmut auf, weil wir zurück nach Deutschland müssen. Das Hotel in der Nähe des Flughafens spendet mit seinem unerwarteten Retrocharme ein wenig Trost. Hier stammt alles aus den Siebzigern: die Eierschalensessel, die Blubbersäulen und die hemmungslose Kombination schriller Farben wirken auf uns, als hätte das Ganze ein Hippie auf Trip eingerichtet. Cool!
Vietnam verlassen wir mit ambivalenten Gefühlen. Im Vergleich zu Asien wirken Europas Metropolen alt und winzig. Den Eurozentrismus lassen wir als Überbleibsel kolonialistischer Arroganz für immer hinter uns. Die Zukunft der Menschheit spielt sich zunehmend in Asien ab ...
Gleichzeitig sehen wir enorme Probleme, die diese schnell wachsende Gesellschaft hat. Da ist zum einen der Müll. Hier wird ALLES ohne Scheu einfach auf den Boden geworfen. Das ist in ganz Südostasien so, das ein Problem mit Plastikmüll hat, aber Vietnam schießt eindeutig den Vogel ab. Zwischen bunt beleuchteten Hochhäusern mit riesigen LED-Werbetafeln watet man durch Dreck und Berge von Plastikmüll. Da das Wasser aus dem Hahn nicht trinkbar ist, findet man vor allem Plastikflaschen, die die Gegend verschandeln.
Niemanden stört das! Als Heiko aus einem Bus aussteigt und einen Mülleimer für seine Coladose sucht, nimmt diese der freundliche Busfahrer an sich und wirft sie vor uns lachend auf den Boden. Uns entsetzt diese Ignoranz und wir fragen uns, wann das Müllproblem hier eskaliert.
Zum anderen ist es der unverblümte Kapitalismus in Vietnam. Es gibt zwar - wie in China - als Überbleibsel früherer Zeiten die regierende stalinistische Partei. Die Wirtschaft jedoch ist florierend kapitalistisch, nur eben ohne politische Opposition, gesamtgesellschaftliche Verantwortung für sozial Schwache oder freie Gewerkschaften. Während in Europa Reichtum eher dezent gelebt wird, wird er hier in Vietnam protzend zur Schau gestellt. Direkt neben verfallenden Mietshäusern, Bettlern oder alten Menschen, die im Müll etwas Essbares suchen, fahren dicke Limousinen vorbei oder finden glitzernde Events für die Mächtigen statt. Die allgegenwärtige Werbung für die Partei wirkt hier befremdlich. Wir bekommen das nicht zusammen!
Auf der anderen Seite bleibt ein tiefes Gefühl der Zuneigung zu den Menschen, die wir hier kennengelernt haben. Sei es die manchmal etwas zwanghaft wirkende Freundlichkeit der Thais, die kindlich anmutende Herzlichkeit der Menschen Kambodschas oder die eher schnodderige Art der Vietnamesen - herzlich und hilfsbereit waren sie alle. Wir nehmen diese Freundlichkeit gegenüber den Fremden mit - da kann man noch was lernen!
Für die Rückreise wollen wir unbedingt die hiesige Eisenbahn ausprobieren. In Phan Thiet geht der Zug ab, und weil wir schon wieder von oben bis unten nass sind, setzen wir uns in den einfahrenden Zug, der erst in einer halben Stunde abfährt und genießen die Kühle der Klimaanlage.


Als wir Ho-Chi-Minh-City erreichen, kommt schon etwas Wehmut auf, weil wir zurück nach Deutschland müssen. Das Hotel in der Nähe des Flughafens spendet mit seinem unerwarteten Retrocharme ein wenig Trost. Hier stammt alles aus den Siebzigern: die Eierschalensessel, die Blubbersäulen und die hemmungslose Kombination schriller Farben wirken auf uns, als hätte das Ganze ein Hippie auf Trip eingerichtet. Cool!

Vietnam verlassen wir mit ambivalenten Gefühlen. Im Vergleich zu Asien wirken Europas Metropolen alt und winzig. Den Eurozentrismus lassen wir als Überbleibsel kolonialistischer Arroganz für immer hinter uns. Die Zukunft der Menschheit spielt sich zunehmend in Asien ab ...
Gleichzeitig sehen wir enorme Probleme, die diese schnell wachsende Gesellschaft hat. Da ist zum einen der Müll. Hier wird ALLES ohne Scheu einfach auf den Boden geworfen. Das ist in ganz Südostasien so, das ein Problem mit Plastikmüll hat, aber Vietnam schießt eindeutig den Vogel ab. Zwischen bunt beleuchteten Hochhäusern mit riesigen LED-Werbetafeln watet man durch Dreck und Berge von Plastikmüll. Da das Wasser aus dem Hahn nicht trinkbar ist, findet man vor allem Plastikflaschen, die die Gegend verschandeln.
Niemanden stört das! Als Heiko aus einem Bus aussteigt und einen Mülleimer für seine Coladose sucht, nimmt diese der freundliche Busfahrer an sich und wirft sie vor uns lachend auf den Boden. Uns entsetzt diese Ignoranz und wir fragen uns, wann das Müllproblem hier eskaliert.
Zum anderen ist es der unverblümte Kapitalismus in Vietnam. Es gibt zwar - wie in China - als Überbleibsel früherer Zeiten die regierende stalinistische Partei. Die Wirtschaft jedoch ist florierend kapitalistisch, nur eben ohne politische Opposition, gesamtgesellschaftliche Verantwortung für sozial Schwache oder freie Gewerkschaften. Während in Europa Reichtum eher dezent gelebt wird, wird er hier in Vietnam protzend zur Schau gestellt. Direkt neben verfallenden Mietshäusern, Bettlern oder alten Menschen, die im Müll etwas Essbares suchen, fahren dicke Limousinen vorbei oder finden glitzernde Events für die Mächtigen statt. Die allgegenwärtige Werbung für die Partei wirkt hier befremdlich. Wir bekommen das nicht zusammen!


Auf der anderen Seite bleibt ein tiefes Gefühl der Zuneigung zu den Menschen, die wir hier kennengelernt haben. Sei es die manchmal etwas zwanghaft wirkende Freundlichkeit der Thais, die kindlich anmutende Herzlichkeit der Menschen Kambodschas oder die eher schnodderige Art der Vietnamesen - herzlich und hilfsbereit waren sie alle. Wir nehmen diese Freundlichkeit gegenüber den Fremden mit - da kann man noch was lernen!
heiko und micha am 19. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Nach dreieinhalb Wochen Suppe, Curry & Co. entdecken wir doch tatsächlich ein Lokal, das deutsche Gerichte anbietet: Den Ratinger Löwen in Mui Ne.
Das wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen und machen keine halben Sachen: Die traditionelle „Metzgerplatte“ mit Schnitzel, Nürnberger Rost- und grober Bratwurst, Kartoffelpüree, Bratensoße, Gurkensalat, Kartoffelsalat und Sauerkraut dürfen es sein. Dazu die vietnamesischen Kellnerinnen, die sich im traditionellen Dirndl präsentieren; im Hintergrund läuft dazu auf einem Bildschirm „Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin“. Säße man nicht unter Palmen bei über 30°, könnte man glauben, man sei im Alpen-Urlaub. Wir schämen uns zwar ein wenig, finden die Abwechslung aber irgendwie doch ganz geil. An den Nachbartischen sitzen etliche russische Gäste, denen es offenbar auch ganz gut schmeckt.
Ansonsten ist asiatisches Essen ja wirklich richtig lecker: exotisches Gemüse, Früchte im Zusammenspiel mit ungewohnten Kräutern, Gewürzen, Schärfe, Säure oder Süßem bescheren dem deutschen Gaumen bis dahin ungeahnte Erlebnisse.
Auch wenn es sicher das ein oder andere gute asiatische Restaurant zu Hause gibt, so ist dort doch einiges mehr oder weniger an den europäischen Geschmack angepasst. Und so probieren wir uns durch authentische Gerichte Thailands, Kambodschas und Vietnams in Form diverser Currys, Suppen, Reis- oder Nudelgerichte, Nachspeisen und lokalen Spezialitäten, die es so in Deutschland nicht gibt. Zum Beispiel Banh Xeo, das sind gefüllte vietnamesische Pfannkuchen in allen Geschmacksvariationen.
Oder Banh Phong Chuoi Nuong – ein knuspriger flacher Ahornkuchen mit Bananen.
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Das wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen und machen keine halben Sachen: Die traditionelle „Metzgerplatte“ mit Schnitzel, Nürnberger Rost- und grober Bratwurst, Kartoffelpüree, Bratensoße, Gurkensalat, Kartoffelsalat und Sauerkraut dürfen es sein. Dazu die vietnamesischen Kellnerinnen, die sich im traditionellen Dirndl präsentieren; im Hintergrund läuft dazu auf einem Bildschirm „Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin“. Säße man nicht unter Palmen bei über 30°, könnte man glauben, man sei im Alpen-Urlaub. Wir schämen uns zwar ein wenig, finden die Abwechslung aber irgendwie doch ganz geil. An den Nachbartischen sitzen etliche russische Gäste, denen es offenbar auch ganz gut schmeckt.




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heiko und micha am 16. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
In der Region Mui Ne kann man durchaus was unternehmen, wenn einem die endlosen Strandspaziergänge nicht mehr reichen.
Der Fischerhafen der Stadt sorgt für reichlich Krabben und Tintenfisch, was hier in der Umgebung. gerne gegessen wird. Größere Schiffe liegen vor Anker, die klassischen kleinen Rundboote wurden an den Strand gezogen. Es ist Nachmittag, und die Fischer, die morgens früh raus sind, haben den Fang schon eingebracht. Jetzt liegt eine majestätische Ruhe über dem Ort.
Wir laufen durch den Fairy Stream. Eigentlich nur ein Bach, der sich hier ergießt, aber mit bizarr geformten Felsformationen an beiden Seiten. Schöne Fotomotive …
Das kalte Wasser an den Füssen ist in der Hitze sehr angenehm und der „Stream“ ist nicht sehr tief. Bis auf ein einziges Loch, in das ausgerechnet ich trete und sofort mit dem rechten Bein darin verschwinde. Als ich mich rauswuchte tropft zäher Schlamm von meiner Jeans, was zu schäbigem Gelächter in der Umgebung führt. Egal, hier kennt mich ja keiner!
An den weißen Dünen angekommen sieht alles aus wie im Phantasialand. Ein großes Eingangstor, überdimensionierte Comic-Figuren und zahlreiche Imbissstände lassen uns ahnen, dass dies nicht einfach nur ein Naturerlebnis wird. Tatsächlich kann man hier eine Tour auf einem Quad mieten, was viele auch machen. Junge Vietnamesen mit manisch-verzerrtem Blick rasen hier wie die Irren auf Quads durch die Wüstenlandschaft und holen aus ihren Maschinen geschwindigkeits- wie geräuschetechnisch alles raus was geht. Der infernalische Krach dröhnt durch die ganze Landschaft.
Interessanterweise sind wir nicht die einzigen, die diesen Irrsinn nicht mitmachen wollen. Ausnahmslos deutschen Touristen ziehen es vor, durch die Dünen zu laufen, während Russen und Chinesen die Chance nutzen, um mal die Sau rauszulassen. Wir sind halt grün sozialisiert – was auch gut ist! Zwischendurch fragt mich einer lachend, ob meine Hose wieder trocken ist. Schön, zur Belustigung beitragen zu können …
Die roten Dünen am anderen Ende der Stadt sind da deutlich entspannter. Gegen 18.00 Uhr wird´s voll, alle pilgern auf die höchste Düne, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Sie Sonne färbt den roten Sand mit einem glühenden Orange ein und der allgegenwärtige Plastikmüll Asiens glitzert romantisch in der Landschaft. ;-)
Was will man mehr?

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Der Fischerhafen der Stadt sorgt für reichlich Krabben und Tintenfisch, was hier in der Umgebung. gerne gegessen wird. Größere Schiffe liegen vor Anker, die klassischen kleinen Rundboote wurden an den Strand gezogen. Es ist Nachmittag, und die Fischer, die morgens früh raus sind, haben den Fang schon eingebracht. Jetzt liegt eine majestätische Ruhe über dem Ort.

Wir laufen durch den Fairy Stream. Eigentlich nur ein Bach, der sich hier ergießt, aber mit bizarr geformten Felsformationen an beiden Seiten. Schöne Fotomotive …

Das kalte Wasser an den Füssen ist in der Hitze sehr angenehm und der „Stream“ ist nicht sehr tief. Bis auf ein einziges Loch, in das ausgerechnet ich trete und sofort mit dem rechten Bein darin verschwinde. Als ich mich rauswuchte tropft zäher Schlamm von meiner Jeans, was zu schäbigem Gelächter in der Umgebung führt. Egal, hier kennt mich ja keiner!

An den weißen Dünen angekommen sieht alles aus wie im Phantasialand. Ein großes Eingangstor, überdimensionierte Comic-Figuren und zahlreiche Imbissstände lassen uns ahnen, dass dies nicht einfach nur ein Naturerlebnis wird. Tatsächlich kann man hier eine Tour auf einem Quad mieten, was viele auch machen. Junge Vietnamesen mit manisch-verzerrtem Blick rasen hier wie die Irren auf Quads durch die Wüstenlandschaft und holen aus ihren Maschinen geschwindigkeits- wie geräuschetechnisch alles raus was geht. Der infernalische Krach dröhnt durch die ganze Landschaft.
Interessanterweise sind wir nicht die einzigen, die diesen Irrsinn nicht mitmachen wollen. Ausnahmslos deutschen Touristen ziehen es vor, durch die Dünen zu laufen, während Russen und Chinesen die Chance nutzen, um mal die Sau rauszulassen. Wir sind halt grün sozialisiert – was auch gut ist! Zwischendurch fragt mich einer lachend, ob meine Hose wieder trocken ist. Schön, zur Belustigung beitragen zu können …
Die roten Dünen am anderen Ende der Stadt sind da deutlich entspannter. Gegen 18.00 Uhr wird´s voll, alle pilgern auf die höchste Düne, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Sie Sonne färbt den roten Sand mit einem glühenden Orange ein und der allgegenwärtige Plastikmüll Asiens glitzert romantisch in der Landschaft. ;-)
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heiko und micha am 16. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Von Ho-Chi-Minh-Stadt sind wir weiter ans Meer. Mui Ne ist wegen seiner Dünenlandschaften, seinem kristallklaren Meer und seinen Surfern bekannt geworden. Hier zieht es uns hin. Dazu haben wir diesmal einen „Sleeper“ gebucht, ein Großbus mit einer Art Kojen, wo man den Vorhang zu einem gemütlichen Nickerchen zuziehen kann. Man zieht die Schuhe aus (die kommen in einen Plastikbeutel) und schon kann man es sich in einer der Kojen gemütlich machen - wenn man unter 1,70 ist! Dieses Vergnügen bleibt mir leider verwehrt, ich krümme und falte mich wie ich kann, winkel die Beine an, knicke den Kopf ab. Ah, jetzt, ja, so könnte es gehen. Nein, doch nicht …
Immerhin hat der Fahrer, der die Küste entlang fährt und uns mit der Strandkulisse einstimmt, vorher alle Hotels der Fahrgäste abgefragt. So werden wir zwischen Phan Thiet und Mui Ne direkt vor dem Hotel rausgelassen. Mit dem Mana Ressort außerhalb von Mui Ne haben wir uns mal richtig was gegönnt. Wir bekommen verschiedene Zimmer gezeigt und können uns eins aussuchen. Geiler Service!


Nach einem faulen Tag am Meer wollen wir tags darauf die Umgebung kennenlernen und sind mit dem ÖPNV nach Phan Thiet, der nächsten Grossstadt, gefahren. Dort haben wir nicht nur ein Ticket für die nächste Tour gebucht (wir wollen diesmal die vietnamesische Eisenbahn ausprobieren), sondern haben uns gleich auch mal in der Kneipenszene umgesehen. Touristisch ist in Phan Tiet nichts los. Hier kann auch keiner englisch. Allerdings gibt es ein paar Szene-Cafes mit Electronic Beat im Hintergrund, die es so auch in Berlin oder Leipzig geben könnte und die vor allem von Jüngeren besucht werden. Hier lässt es sich auch am frühen Nachmittag schon ganz gut aushalten ...


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Immerhin hat der Fahrer, der die Küste entlang fährt und uns mit der Strandkulisse einstimmt, vorher alle Hotels der Fahrgäste abgefragt. So werden wir zwischen Phan Thiet und Mui Ne direkt vor dem Hotel rausgelassen. Mit dem Mana Ressort außerhalb von Mui Ne haben wir uns mal richtig was gegönnt. Wir bekommen verschiedene Zimmer gezeigt und können uns eins aussuchen. Geiler Service!




Nach einem faulen Tag am Meer wollen wir tags darauf die Umgebung kennenlernen und sind mit dem ÖPNV nach Phan Thiet, der nächsten Grossstadt, gefahren. Dort haben wir nicht nur ein Ticket für die nächste Tour gebucht (wir wollen diesmal die vietnamesische Eisenbahn ausprobieren), sondern haben uns gleich auch mal in der Kneipenszene umgesehen. Touristisch ist in Phan Tiet nichts los. Hier kann auch keiner englisch. Allerdings gibt es ein paar Szene-Cafes mit Electronic Beat im Hintergrund, die es so auch in Berlin oder Leipzig geben könnte und die vor allem von Jüngeren besucht werden. Hier lässt es sich auch am frühen Nachmittag schon ganz gut aushalten ...



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heiko und micha am 13. März 2025 im Topic 'Suedostasien'

Wir brauchen mehr Kleidung zum Wechseln!
Das lässt sich in Vietnam preiswert erledigen, schließlich produziert das Billiglohnland Jeans und T-Shirts für die ganze Welt. Und da hier die neuste Mode umgesetzt wird, ist alles hochaktuell.
So haben wir uns per ÖPNV auf den Weg in den Distrikt 1 gemacht, der - umgeben von Hochhäusern – das alte Vietnam widerspiegelt.
Vorne am Eingang des Busses befinden sich keine Sitze, sondern ein Plateau mit allem möglichen Kram. Essen und Getränke, ein kleiner Buddha samt Räucherstäbchen, Bustickets samt Wechselgeld, Taschen, alles liegt hier in einem kreativen Chaos herum. Wir zeigen auf dem Handy, wo wir hinwollen („Do you speak English?“, nein, offenbar nicht!), was schnell zu einer Diskussion unter den Fahrgästen führt, die wiederum ihr Handy zücken und erregt die Vor- und Nachteile der einzelnen Busstationen besprechen. Als man sich einig ist, wird uns klargemacht, sie sagen Bescheid, wo wir aussteigen sollen. Funktioniert auch ohne Englisch ...

Heiko besorgt sich T-Shirts, ich Shirts und eine Baggyhose, die den Backpacker-Look unterstreicht.
Da Shoppen hungrig macht, probieren wir anschließend das hiesige Essen. Unser vietnamesischer Lieblingsimbiss in Solingen hat uns eine Liste aufgeschrieben, was wir alles probieren müssen („Sooo, sooo lecker!“). Und sie haben recht! Pho-Suppen, gefüllte Pfannkuchen, Sesam-Hühnchen, alles mundet köstlich!
Nachmittags geht´s ins Nationalmuseum. Hier finden sich aus der Steinzeit (500.000 v Chr.) bis heute eine Vielzahl von Alltagsgegenständen, Skulpturen und Nachbildungen erfolgreicher Schlachten des heroischen Volkes. Die Buddhas der Frühzeit wirken erstaunlich stylisch-modern.

Praktischerweise befindet sich direkt neben dem Museum eines der in Vietnam so populären Wasserpuppentheater. Man stelle sich dabei ein gut gefülltes Wasserbecken vor, in dem Puppen hinter einem als Kulisse dienenden Vorhang über lange Stäbe bewegt werden. Auch hier alles „nur“ in Vietnamesisch, aber da uns die Geschichte von „Arielle die Meerjungfrau“ nicht ganz fremd ist, können wir der Handlung einigermaßen folgen. Dazu gehört zu unserer Belustigung auch jede Menge aufgeregtes Geschrei des jüngeren Publikums, sobald die böse Meerhexe, ihr verbündeter Wasserdrache oder die – weil leicht abweichend von der Originalgeschichte – Mengen an Plastikmüll auftauchen, in denen der von Arielle bewunderte Prinz zu ersticken droht. Schön, dass der Umweltgedanke auch hier angekommen ist.

Dem Bewegungsdrang der Kids wird durch aktuelle Musikhits Rechnung getragen; da bleibt niemand in den Reihen sitzen, sondern es wird ordentlich abgetanzt. Jedes der Kinder hat bereits einen eigenen Tanzstil, der konsequent durchgezogen wird. Unterstützt wird die mystische Atmosphäre durch auf dem Wasser wabbernden Nebel, bunten Lichteffekten, sobald die böse Hexe ihren Zauberspruch spricht, oder einem finalen Wunderkerzenfeuerwerk zum Happy End. Zum Abschluss kamen die Puppenspieler nach vorne, und die Kids durften die Puppen mit großen Augen auch einmal anfassen. Knuffig!

Wenn man schon einmal in Saigon ist, dann darf ein Besuch des Alten Postamts aus der Kolonialzeit der Franzosen, das durch den Erbauer des Eiffelturms in Paris Gustave Eiffel konstruiert wurde, nicht fehlen.

Natürlich hat sich das herumgesprochen, und so werden hier ganze Busladungen von Chinesen und anderen Touristen abgeladen, die dann lautstark durch die eine große Halle herumgeführt werden. Im Inneren warten neben den auch heute noch genutzten Postschaltern Souvenierstände, die hauptsächlich Postkarten umsetzen, die die Besucher dann an mehreren langen Schreibtischen beschriften und am Schalter nach Hause versenden können. Auch hier: sehr viel Trubel, aber wir hatten Glück, bekamen recht schnell einen Platz am Schreibtisch, konnten so u. a. eine Karte an unseren Lieblings-Asia-Imbiss senden und uns für die Tipps bedanken. Mal sehen, wie die Reaktion bei unserer nächsten Bestellung ist, wenn wir wieder zu Hause sind.

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heiko und micha am 11. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Das gemütliche Kambodscha hinter uns lassend kommen wir abends in Ho-Chi-Minh-City ("Saigon") an: umgeben von Wolkenkratzern, riesigen Menschenmengen, Autohupen, schreienden Verkäufern und unangenehm aufdringlichen Taxifahren, die einen für Wucherpreise ins angemietete Appartement fahren wollen, suchen wir den Busbahnhof. Er soll sich 600 m von hier befinden, aber wir finden keinen Bus. Die Infos, die wir bekommen, sind widersprüchlich. „Geradeaus“, „nach rechts!“, „nein, jetzt fährt kein Bus mehr …“ jeder sagt etwas anderes. Google Maps ist zu ungenau und so laufen wir mit den schweren Rucksäcken auf dem Rücken mehr als eine Stunde durch die Gegend, bis wir entnervt aufgeben und und ins nächste Taxi steigen.
Der Abendverkehr stockt, es geht kaum vorwärts, nur der Taxifahrer hat gute Laune und singt sich mit Inbrunst durch seine Playlist vietnamesischer Schlager, die an Kitsch nicht zu übertreffen sind.
Zwischendurch ruft der Vermieter an und fragt, wo wir bleiben. Zumindest glauben wir, dass er das fragt, denn er benutzt eine Übersetzungssoftware während dem Telefonieren, und so sprechen immer zwei Stimmen gleichzeitig mit uns, was einen total verrückt macht.
Ja, wir sind komplett reizüberflutet!
Endlich landen wir vor einem riesigen Gebäude, wo uns im 19. Stock der Besitzer des angemieteten Appartements die Vorzüge seiner Miniwohnung anpreist. Es gibt sogar eine Küchenzeile und eine Waschmaschine mit Trockner. Letzteres hatte bei der Wahl den Ausschlag gegeben, denn Backpackers Dauerproblem ist: alle Klamotten sind durchgeschwitzt!
So sitzen wir nachts am Fenster und starren auf die leuchtende Betonfassade, übereinander liegenden Strassen und strahlende Werbung auf riesigen Screens und kommen uns mit dem asiatischen Singsang im Background vor wie bei „Blade Runner“.
Da jedes der Hochhäuser im Erdgeschoss über Supermärkte und Restaurants verfügt, brauchen wir gar nicht vor die Tür zu gehen. Billige Fertiggerichte für die Mikrowelle gibt es hier regalweise, ein rasend schnelles WLAN dazu und fertig ist das moderne Leben. Das WLAN Passwort heisst übrigens „Dreamhouse“ – in Vietnam scheint man schlecht zu schlafen!
Von jeglicher Natur abgeschnitten sitzen gerade Millionen von Vietnamesen in ihren Hochhäusern und lassen sich vom Internet berieseln. Satellitenfernsehen gibt es hier nicht mehr, stattdessen Smart-TV (ohne TV), wo man sich allenfalls kurze Nachrichtenschnipsel zu Themen wie Science, Politics oder World vorspielen lassen kann. Wozu Ausführlichkeit oder Hintergrundwissen? Nachrichten gehen auch schnell konsumierbar im Tic-Toc-Format.
Fernsehen war gestern, es herrsche die Dystopie!

Morgen gehen wir die Stadt besichtigen: das alte Postamt, Museen, ich könnte auch eine neue Hose gebrauchen und in Vietnam werden mittlerweile die meisten Jeans hergestellt.
Bis dahin haben wir uns auch akklimatisiert ...
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Der Abendverkehr stockt, es geht kaum vorwärts, nur der Taxifahrer hat gute Laune und singt sich mit Inbrunst durch seine Playlist vietnamesischer Schlager, die an Kitsch nicht zu übertreffen sind.
Zwischendurch ruft der Vermieter an und fragt, wo wir bleiben. Zumindest glauben wir, dass er das fragt, denn er benutzt eine Übersetzungssoftware während dem Telefonieren, und so sprechen immer zwei Stimmen gleichzeitig mit uns, was einen total verrückt macht.
Ja, wir sind komplett reizüberflutet!

Endlich landen wir vor einem riesigen Gebäude, wo uns im 19. Stock der Besitzer des angemieteten Appartements die Vorzüge seiner Miniwohnung anpreist. Es gibt sogar eine Küchenzeile und eine Waschmaschine mit Trockner. Letzteres hatte bei der Wahl den Ausschlag gegeben, denn Backpackers Dauerproblem ist: alle Klamotten sind durchgeschwitzt!
So sitzen wir nachts am Fenster und starren auf die leuchtende Betonfassade, übereinander liegenden Strassen und strahlende Werbung auf riesigen Screens und kommen uns mit dem asiatischen Singsang im Background vor wie bei „Blade Runner“.

Da jedes der Hochhäuser im Erdgeschoss über Supermärkte und Restaurants verfügt, brauchen wir gar nicht vor die Tür zu gehen. Billige Fertiggerichte für die Mikrowelle gibt es hier regalweise, ein rasend schnelles WLAN dazu und fertig ist das moderne Leben. Das WLAN Passwort heisst übrigens „Dreamhouse“ – in Vietnam scheint man schlecht zu schlafen!
Von jeglicher Natur abgeschnitten sitzen gerade Millionen von Vietnamesen in ihren Hochhäusern und lassen sich vom Internet berieseln. Satellitenfernsehen gibt es hier nicht mehr, stattdessen Smart-TV (ohne TV), wo man sich allenfalls kurze Nachrichtenschnipsel zu Themen wie Science, Politics oder World vorspielen lassen kann. Wozu Ausführlichkeit oder Hintergrundwissen? Nachrichten gehen auch schnell konsumierbar im Tic-Toc-Format.
Fernsehen war gestern, es herrsche die Dystopie!

Morgen gehen wir die Stadt besichtigen: das alte Postamt, Museen, ich könnte auch eine neue Hose gebrauchen und in Vietnam werden mittlerweile die meisten Jeans hergestellt.
Bis dahin haben wir uns auch akklimatisiert ...
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heiko und micha am 09. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Heute fangen wir in unserem Blog mit etwas Geschichte an:
im frühen Mittelalter wurde der größte Teil Südostasiens von den Khmer regiert. Das war ein Gebiet von Thailand über den Süden Chinas, bis hin zu Laos, Kambodscha und Vietnam.
Jayavarman II., der dieses riesige Reich einte, liess sich 802 zum „König der Könige“ ausrufen und begann mit dem Ausbau seiner Königsstadt Angkor. Da die Kultur der Khmer stark von Indien geprägt war, wurde Angkor Wat hinduistisch. Besonders der sechsarmige Gott Shiva wurde hier verehrt und findet sich überall wieder.
Als der spätere Jayavarman VII. 1181 zum Großkönig gemacht wurde, konvertierte er zum Buddhismus, der sich gerade in Asien ausbreitete. Sein neuer Glaube sollte sich auch in seiner Hauptstadt widerspiegeln, Angkor Wat war nicht mehr „in“. Er galt zwar als sanfter und friedliebender König. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, hunderttausende von vorhandenen Kriegsgefangenen als Sklaven zum Bau der neuen Hauptstadt heranzuziehen. Angkor Thom entstand.
Und so kommt es, das zwei ehemalige Hauptstädte und in deren Zentren mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe nicht weit voneinander errichtet wurden. Sie sind längst untergegangen, werden jedoch in den letzten Jahrzehnten vom Urwald wieder freigelegt. Siem Reap ist die nächst größte Stadt zu Angkor, deshalb sind wir gerade hier.
Wir haben uns für eine Mammuttour entschieden und Angkor Wat und Angkor Thom an einem Tage besichtigt und uns auf die größten Tempelanlagen beschränkt. Da sich diese auf einer Fläche von 200 km² befinden geht das nicht zu Fuss. Einige Wenige versuchen das mit dem Fahrrad, aber bei 38° verzichten wir auf solch sportliche Ambitionen. Bleibt das Auto ...
Einige Tuk-Tuk-Fahrer bieten diese Dienste an. Man kann sie pro Tag „mieten“. Das ist nicht teuer (22$) und sie sind meist sehr erfahren, beraten einen bei den Besichtigungen und sorgen dafür, dass ihre Kunden unterwegs gut versorgt sind und wieder heil zurück kommen – denn bis auf ein Paar Stände am Eingang gibt es im Urwald nichts zu kaufen und mit einer Flasche Wasser kommt man hier nicht weit!
In Siem Reap lernten wir Sophart kennen, einen jungen Tuk-Tuk-Fahrer, der sehr bescheiden und kompetent rüberkam. Er holte uns morgens um 9:00 Uhr vom Hotel ab und wir fuhren erst einmal wegen einer Genehmigung zur Beschtigung der Anlage ins Amt („No ticket, no tempel!“). Das ist mit fast 40 € teuer, aber mit dem Geld werden fünf Krankenhäuser in Kambodscha finanziert.
Dann ging die Fahrt los! Als erstes fiel uns der ohrenbetäubende Lärm von Millionen von Heuschrecken auf, die hier im Wald leben. Wir konnten ihr Getöse gar nicht zuordnen und hielten es für laufende Maschinen, die wir nicht ausfindig machen konnten …
Und dann erschien am Horizont Angkor Wat. Sicherlich das beeindruckenste Erlebnis der gesamten Reise.
Viele der größeren Tempel wurden in den letzten Jahren freigelegt, wurden von Bäumen befreit und besitzen Zufahrtswege. Ganz so zugewuchert wie vor 20 Jahren sieht es hier nicht mehr aus.
Bereits um 11: Uhr waren wir von oben bis unten komplett nass! Sophart lachte nur, wenn wir von einer der Tempelbesichtigungen zurückkamen und versorgte uns immer wieder mit kühlen Tüchern und Mineralwasserflaschen aus seiner Kühlbox. Und dann gings weiter.
Um 13:00 Uhr wurden wir schlapp.
Aber erst um 17: Uhr hatten wir all das gesehen, was wir uns vorgenommen hatten, fuhren ins Hotel zurück und fielen nach einer kalten Dusche erst einmal aufs Bett ...


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im frühen Mittelalter wurde der größte Teil Südostasiens von den Khmer regiert. Das war ein Gebiet von Thailand über den Süden Chinas, bis hin zu Laos, Kambodscha und Vietnam.
Jayavarman II., der dieses riesige Reich einte, liess sich 802 zum „König der Könige“ ausrufen und begann mit dem Ausbau seiner Königsstadt Angkor. Da die Kultur der Khmer stark von Indien geprägt war, wurde Angkor Wat hinduistisch. Besonders der sechsarmige Gott Shiva wurde hier verehrt und findet sich überall wieder.

Als der spätere Jayavarman VII. 1181 zum Großkönig gemacht wurde, konvertierte er zum Buddhismus, der sich gerade in Asien ausbreitete. Sein neuer Glaube sollte sich auch in seiner Hauptstadt widerspiegeln, Angkor Wat war nicht mehr „in“. Er galt zwar als sanfter und friedliebender König. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, hunderttausende von vorhandenen Kriegsgefangenen als Sklaven zum Bau der neuen Hauptstadt heranzuziehen. Angkor Thom entstand.

Und so kommt es, das zwei ehemalige Hauptstädte und in deren Zentren mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe nicht weit voneinander errichtet wurden. Sie sind längst untergegangen, werden jedoch in den letzten Jahrzehnten vom Urwald wieder freigelegt. Siem Reap ist die nächst größte Stadt zu Angkor, deshalb sind wir gerade hier.
Wir haben uns für eine Mammuttour entschieden und Angkor Wat und Angkor Thom an einem Tage besichtigt und uns auf die größten Tempelanlagen beschränkt. Da sich diese auf einer Fläche von 200 km² befinden geht das nicht zu Fuss. Einige Wenige versuchen das mit dem Fahrrad, aber bei 38° verzichten wir auf solch sportliche Ambitionen. Bleibt das Auto ...
Einige Tuk-Tuk-Fahrer bieten diese Dienste an. Man kann sie pro Tag „mieten“. Das ist nicht teuer (22$) und sie sind meist sehr erfahren, beraten einen bei den Besichtigungen und sorgen dafür, dass ihre Kunden unterwegs gut versorgt sind und wieder heil zurück kommen – denn bis auf ein Paar Stände am Eingang gibt es im Urwald nichts zu kaufen und mit einer Flasche Wasser kommt man hier nicht weit!

In Siem Reap lernten wir Sophart kennen, einen jungen Tuk-Tuk-Fahrer, der sehr bescheiden und kompetent rüberkam. Er holte uns morgens um 9:00 Uhr vom Hotel ab und wir fuhren erst einmal wegen einer Genehmigung zur Beschtigung der Anlage ins Amt („No ticket, no tempel!“). Das ist mit fast 40 € teuer, aber mit dem Geld werden fünf Krankenhäuser in Kambodscha finanziert.

Dann ging die Fahrt los! Als erstes fiel uns der ohrenbetäubende Lärm von Millionen von Heuschrecken auf, die hier im Wald leben. Wir konnten ihr Getöse gar nicht zuordnen und hielten es für laufende Maschinen, die wir nicht ausfindig machen konnten …
Und dann erschien am Horizont Angkor Wat. Sicherlich das beeindruckenste Erlebnis der gesamten Reise.

Viele der größeren Tempel wurden in den letzten Jahren freigelegt, wurden von Bäumen befreit und besitzen Zufahrtswege. Ganz so zugewuchert wie vor 20 Jahren sieht es hier nicht mehr aus.

Bereits um 11: Uhr waren wir von oben bis unten komplett nass! Sophart lachte nur, wenn wir von einer der Tempelbesichtigungen zurückkamen und versorgte uns immer wieder mit kühlen Tüchern und Mineralwasserflaschen aus seiner Kühlbox. Und dann gings weiter.



Um 13:00 Uhr wurden wir schlapp.

Aber erst um 17: Uhr hatten wir all das gesehen, was wir uns vorgenommen hatten, fuhren ins Hotel zurück und fielen nach einer kalten Dusche erst einmal aufs Bett ...


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heiko und micha am 06. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Es war uns von vorne herein klar, dass unser Ziel, die verschiedenen Regionen und Länder auf unserer Tour alle mit dem Bus zu erreichen, anstrengend werden würde. Aber die Fahrt nach Kambodscha war die längste unserer Strecken, und uns graute es schon vorher. 11 Stunden bei 38° mit zig Leuten eingepfercht in einen Mini-Van muss ich auch nicht noch mal haben.
Hinzu kamen noch zwei Stunden an der Grenze, wo man – trotz vorher besorgtem Visum - nicht einfach mit dem Bus durch fahren kann. Neeeeein! Man muss den Bus räumen, alles über die Grenze schleppen, die zahlreichen Grenzformalitäten erledigen, als da wären: Visumbeglaubigung, Zettel ausfüllen und abstempeln lassen, Fotos und Fingerabdrücke werden angefertigt, die unumgängliche „Hilfe“ einiger Thais (die zahlt man besser!) und dann schleppt man nach der Einreise in der sengenden Sonne seinen ganzen Kladeradatsch zu Fuss zum nächsten Bussbahnhof.
Verbesserungswürdig? Oh, ja!
Dass es trotzdem lustig ist, ist der Enge geschuldet. Ich weiss nicht wohin mit meinem Bein, aber ein Ungar neben mir schiebt einfach den Vordersitz nach vorne. Und so kommt man schnell auch mit Rumänen, Briten oder dem thailändischen Busfahrer ins Gespräch, tauscht mit toupierten Omas Kuchen oder Fotos aus oder lästert mit den Rumänen über die kambodschanische Bürokratie. Wir hatten Spass! Und als wir endlich in Siem Reap angekommen waren und ein stylisches Hotel mit Pool vorfanden, waren wir glücklich. Der härteste Teil unserer Südostasienreise ist geschafft!
Am nächsten Tag erst mal die Gegend erkunden! Hier ist alles anders! Die Menschen sind dunkelhäutiger, besitzen eine authentische Herzlichkeit und wirken sehr „kumpelhaft“, was uns liegt. Alles wirkt ein wenig altmodischer, gemütlicher als in den sonstigen hektischen Städten Asiens.
Allein die Amüsiermeilen sind so, wie man sie von überall kennt, sei es vom Ballermann oder aus Amsterdam.
Einige der Restaurants sind (auch wenn sie neuer sind) im Kolonialstil gebaut und versprühen ein besonderes Flair aus alten Tagen. Und ihr Essen (mit Einflüssen aus Frankreich, China, Thailand und Vietnam) ist einzigartig, vielfältig, unglaublich köstlich und kostet kaum etwas. So etwas habe ich noch nie gegessen!

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Hinzu kamen noch zwei Stunden an der Grenze, wo man – trotz vorher besorgtem Visum - nicht einfach mit dem Bus durch fahren kann. Neeeeein! Man muss den Bus räumen, alles über die Grenze schleppen, die zahlreichen Grenzformalitäten erledigen, als da wären: Visumbeglaubigung, Zettel ausfüllen und abstempeln lassen, Fotos und Fingerabdrücke werden angefertigt, die unumgängliche „Hilfe“ einiger Thais (die zahlt man besser!) und dann schleppt man nach der Einreise in der sengenden Sonne seinen ganzen Kladeradatsch zu Fuss zum nächsten Bussbahnhof.
Verbesserungswürdig? Oh, ja!

Dass es trotzdem lustig ist, ist der Enge geschuldet. Ich weiss nicht wohin mit meinem Bein, aber ein Ungar neben mir schiebt einfach den Vordersitz nach vorne. Und so kommt man schnell auch mit Rumänen, Briten oder dem thailändischen Busfahrer ins Gespräch, tauscht mit toupierten Omas Kuchen oder Fotos aus oder lästert mit den Rumänen über die kambodschanische Bürokratie. Wir hatten Spass! Und als wir endlich in Siem Reap angekommen waren und ein stylisches Hotel mit Pool vorfanden, waren wir glücklich. Der härteste Teil unserer Südostasienreise ist geschafft!

Am nächsten Tag erst mal die Gegend erkunden! Hier ist alles anders! Die Menschen sind dunkelhäutiger, besitzen eine authentische Herzlichkeit und wirken sehr „kumpelhaft“, was uns liegt. Alles wirkt ein wenig altmodischer, gemütlicher als in den sonstigen hektischen Städten Asiens.
Allein die Amüsiermeilen sind so, wie man sie von überall kennt, sei es vom Ballermann oder aus Amsterdam.

Einige der Restaurants sind (auch wenn sie neuer sind) im Kolonialstil gebaut und versprühen ein besonderes Flair aus alten Tagen. Und ihr Essen (mit Einflüssen aus Frankreich, China, Thailand und Vietnam) ist einzigartig, vielfältig, unglaublich köstlich und kostet kaum etwas. So etwas habe ich noch nie gegessen!

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heiko und micha am 04. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Letzter Tag am Traumstrand. Haben noch einmal einen langen Spaziergang am Meer gemacht und kaum eine Menschenseele getroffen. Hier sieht´s aus wie in der Bacardi-Werbung, schon fast schade, dass wir Morgen weiter fahren.
Abends noch einmal zur Freude aller Mücken in einer kleinen Beach-Hütte gegessen. Trotz übelster Abwehrmittel ist Heiko total zerstochen. Ich selbst brauche keinerlei Vorkehrungen treffen: Heiko ist süßer als ich, die Mücken gehen alle zu ihm …
In unserem Bungalow ist das kaum ein Problem: wir haben drei Mitbewohner, die sich die Zimmer aufgeteilt haben. Geckos, die an der Decke kleben und total flink sind. Wir wollten für euch ein Foto von ihnen machen, aber es ist uns nicht gelungen, sie sind schnell wie der Blitz, wenn sich ihnen jemand nähert. Dafür vertilgen sie Fliegen und Mücken – sehr praktisch! Weniger praktisch sind die nächtlichen Revierkämpfe. Sobald das Licht aus ist, kommen sie aus ihrem Versteck und da die Räume begrenzt sind, fauchen sie sich mit ihren aufgeregten kehligen Lauten an. Ein totales Theater, das nicht aufhört. Am Anfang dachte man noch: „Was ist denn jetzt los?“, aber man gewöhnt sich mit der Zeit dran ...
Natürlich bleibe ich ebenfalls nicht verschont! Während Heiko mit seinen Mückenstichen kämpft, habe ich den „flotten Otto“ zu Besuch, ein Gast, der nicht so schnell gehen will. Ich verbringe meine Zeit also ständig auf dem Klo und ernähre mich von Wasser und trocken Brot. Ich sehne mich nach Obst, aber der Seven Eleven hat nichts Frisches und ein Markt ist nicht in der Nähe. Na, dann kaufe ich mir eben Trockenobst. Im Bungalow angekommen, reiße ich gierig die Packung auf und nasche ein paar Stücke ...

[Bei der Verpackung hätte man eigentlich stutzig werden müssen.]
Würg, würg! Die Trockenpfirsiche sind stark gesalzen. Das Zeug kriegt man nicht runter und lässt sich auch nicht abwaschen. Womit wir beim nächsten Thema wären: was drauf steht ist nicht immer drin!
Fängt bei der Fanta an. Eine leere Fanta-Flasche aufschrauben und mit irgendwas auffüllen ist einfach. Man wundert sich schon beim Eingießen, dass nichts sprudelt und beim Probieren wird einem klar: das habe ich nicht bestellt!
Beim Fake-Food legen einige Thailänder beträchtliche Kreativität an den Tag. Ein Beispiel ist gebratener Reis mit Hühnchen. Erst freut man sich über so große Stücke knusprig gebratener Hühnerhaut im Reis. Bei genauerer Untersuchung stellt sich jedoch heraus, es sind Pfannkuchen Stücke aus Mehl und Hühnerbrühe: sieht aus wie Hühnerhaut, schmeckt wie Hühnerhaut, ist aber keine Hühnerhaut.
Noch ein Beispiel?
Traubensaft erfrischt bei der Hitze gekühlt besonders gut. Also ein großes Glas gefüllt und einen gierigen Schluck getrunken! Stellt sich jedoch sofort als rot gefärbtes zuckersüßes Rosenwasser heraus, kein Geschmack von Trauben in Sicht. Bei so viel Frechheit fehlt mir die staatliche Aufsicht.
Aber was will man verlangen auf der anderen Seite der Welt in der fast unberührten Natur?
Man kann nicht alles haben!
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Abends noch einmal zur Freude aller Mücken in einer kleinen Beach-Hütte gegessen. Trotz übelster Abwehrmittel ist Heiko total zerstochen. Ich selbst brauche keinerlei Vorkehrungen treffen: Heiko ist süßer als ich, die Mücken gehen alle zu ihm …
In unserem Bungalow ist das kaum ein Problem: wir haben drei Mitbewohner, die sich die Zimmer aufgeteilt haben. Geckos, die an der Decke kleben und total flink sind. Wir wollten für euch ein Foto von ihnen machen, aber es ist uns nicht gelungen, sie sind schnell wie der Blitz, wenn sich ihnen jemand nähert. Dafür vertilgen sie Fliegen und Mücken – sehr praktisch! Weniger praktisch sind die nächtlichen Revierkämpfe. Sobald das Licht aus ist, kommen sie aus ihrem Versteck und da die Räume begrenzt sind, fauchen sie sich mit ihren aufgeregten kehligen Lauten an. Ein totales Theater, das nicht aufhört. Am Anfang dachte man noch: „Was ist denn jetzt los?“, aber man gewöhnt sich mit der Zeit dran ...
Natürlich bleibe ich ebenfalls nicht verschont! Während Heiko mit seinen Mückenstichen kämpft, habe ich den „flotten Otto“ zu Besuch, ein Gast, der nicht so schnell gehen will. Ich verbringe meine Zeit also ständig auf dem Klo und ernähre mich von Wasser und trocken Brot. Ich sehne mich nach Obst, aber der Seven Eleven hat nichts Frisches und ein Markt ist nicht in der Nähe. Na, dann kaufe ich mir eben Trockenobst. Im Bungalow angekommen, reiße ich gierig die Packung auf und nasche ein paar Stücke ...

[Bei der Verpackung hätte man eigentlich stutzig werden müssen.]
Würg, würg! Die Trockenpfirsiche sind stark gesalzen. Das Zeug kriegt man nicht runter und lässt sich auch nicht abwaschen. Womit wir beim nächsten Thema wären: was drauf steht ist nicht immer drin!
Fängt bei der Fanta an. Eine leere Fanta-Flasche aufschrauben und mit irgendwas auffüllen ist einfach. Man wundert sich schon beim Eingießen, dass nichts sprudelt und beim Probieren wird einem klar: das habe ich nicht bestellt!
Beim Fake-Food legen einige Thailänder beträchtliche Kreativität an den Tag. Ein Beispiel ist gebratener Reis mit Hühnchen. Erst freut man sich über so große Stücke knusprig gebratener Hühnerhaut im Reis. Bei genauerer Untersuchung stellt sich jedoch heraus, es sind Pfannkuchen Stücke aus Mehl und Hühnerbrühe: sieht aus wie Hühnerhaut, schmeckt wie Hühnerhaut, ist aber keine Hühnerhaut.
Noch ein Beispiel?
Traubensaft erfrischt bei der Hitze gekühlt besonders gut. Also ein großes Glas gefüllt und einen gierigen Schluck getrunken! Stellt sich jedoch sofort als rot gefärbtes zuckersüßes Rosenwasser heraus, kein Geschmack von Trauben in Sicht. Bei so viel Frechheit fehlt mir die staatliche Aufsicht.
Aber was will man verlangen auf der anderen Seite der Welt in der fast unberührten Natur?
Man kann nicht alles haben!
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heiko und micha am 02. März 2025 im Topic 'Suedostasien'
Wenn man längere Zeit mit so wenig Zeug wie möglich im Rucksack sauber und nicht müffelnd in einem tropischen Land wie Thailand unterwegs sein möchte, braucht man irgendwann auch wieder frische Klamotten. Heute ist also Waschtag angesagt, oder zumindest am Vormittag.
Einen geeigneten Waschsalon in der Straße, in der wir untergebracht sind, haben wir schon entdecken können. Stellt sich nur die Frage, wie die ausnahmslos thailändisch beschrifteten Maschinen zu bedienen sind, schließlich wäre ein versehentlich gewählter Kochwaschgang fatal. Aber auch so banale Dinge wie „wo bekomme ich das nötige Kleingeld für den Münzeinwurf her“ und „benötigen wir separates Waschmittel oder wird das automatisch beigefügt?“ sind zu klären.

Toll und ein praktischer Tipp für hier Reisende ist, dass es inzwischen Übersetzungshilfen z. B. translate.google.com gibt. Einfach das Beschriftungsschild abfotografiert und hochgeladen, schon wird das Bild fertig übersetzt wieder ausgespuckt. Okay, separates Waschmittel aus dem 7/11-Shop nebenan ist nötig, der Geldwechsler für das Kleingeld ist ausgemacht, und schon kann der Waschvorgang starten.

Für den Nachmittag ist zeitgenössische Kunst geplant. Dazu wollen wir das Bangkok Art and Cultural Center (BACC) besuchen, in dem wechselnde Ausstellungen zu sehen sind. Direkt neben dem Einkaufszentrum MBK an der BTS Station „National Stadium“ platziert, kann das Museum kostenlos besucht werden. Tatsächlich sind im Museum einige Cafés und Shops vorhanden, in denen man Kunstgegenstände und Souvenirs kaufen kann, die vermutlich einen Teil zur Finanzierung beitragen.

Schön anzusehen war eine riesige rote Blüte vor dem BACC, die sich immer wieder öffnete und schloss. Im großräumigen Innern entdeckten wir unter der Decke schwebend einen riesigen „Driethopen“, der sich periodisch immer wieder aufblähte bevor er danach in sich zusammenfiel.

Okay, je mehr wir uns in der Ausstellung vorbei an Fotografien, einem kartoffelschälenden, in höchsten Tönen singenden bosnischen Operntenor, riesigem Aufblasgemüse in Form von Zwiebel und Pakchoi weiter nach oben durcharbeiteten, erschien das Objekt bei näherer Betrachtung dann doch deutlicher und sollte wohl irgendetwas mit Flügeln darstellen. Ein fliegender Driethopen? Nun, Kunst halt eben ;-)




Anschließend verirrten wir uns noch kurz in das riesige MBK Shoppingcenter mit sieben Etagen, das wir von unserer vorherigen Thailandreise schon kannten. Hier hat sich viel verändert. Waren es damals vor allem kleine Einzelhändler, die eng zusammengepfercht Ihre Shops betrieben, sind hier nun auch Restaurants, Banken, private medizinische Einrichtungen und internationale Ketten vertreten. Auch die Preise sind der Innenstadtlage geschuldet verglichen mit dem JJ-Einkaufszentrum in der Nähe des Chatuchak-Wochenendmarkts deutlich angezogen.

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Einen geeigneten Waschsalon in der Straße, in der wir untergebracht sind, haben wir schon entdecken können. Stellt sich nur die Frage, wie die ausnahmslos thailändisch beschrifteten Maschinen zu bedienen sind, schließlich wäre ein versehentlich gewählter Kochwaschgang fatal. Aber auch so banale Dinge wie „wo bekomme ich das nötige Kleingeld für den Münzeinwurf her“ und „benötigen wir separates Waschmittel oder wird das automatisch beigefügt?“ sind zu klären.

Toll und ein praktischer Tipp für hier Reisende ist, dass es inzwischen Übersetzungshilfen z. B. translate.google.com gibt. Einfach das Beschriftungsschild abfotografiert und hochgeladen, schon wird das Bild fertig übersetzt wieder ausgespuckt. Okay, separates Waschmittel aus dem 7/11-Shop nebenan ist nötig, der Geldwechsler für das Kleingeld ist ausgemacht, und schon kann der Waschvorgang starten.

Für den Nachmittag ist zeitgenössische Kunst geplant. Dazu wollen wir das Bangkok Art and Cultural Center (BACC) besuchen, in dem wechselnde Ausstellungen zu sehen sind. Direkt neben dem Einkaufszentrum MBK an der BTS Station „National Stadium“ platziert, kann das Museum kostenlos besucht werden. Tatsächlich sind im Museum einige Cafés und Shops vorhanden, in denen man Kunstgegenstände und Souvenirs kaufen kann, die vermutlich einen Teil zur Finanzierung beitragen.

Schön anzusehen war eine riesige rote Blüte vor dem BACC, die sich immer wieder öffnete und schloss. Im großräumigen Innern entdeckten wir unter der Decke schwebend einen riesigen „Driethopen“, der sich periodisch immer wieder aufblähte bevor er danach in sich zusammenfiel.

Okay, je mehr wir uns in der Ausstellung vorbei an Fotografien, einem kartoffelschälenden, in höchsten Tönen singenden bosnischen Operntenor, riesigem Aufblasgemüse in Form von Zwiebel und Pakchoi weiter nach oben durcharbeiteten, erschien das Objekt bei näherer Betrachtung dann doch deutlicher und sollte wohl irgendetwas mit Flügeln darstellen. Ein fliegender Driethopen? Nun, Kunst halt eben ;-)




Anschließend verirrten wir uns noch kurz in das riesige MBK Shoppingcenter mit sieben Etagen, das wir von unserer vorherigen Thailandreise schon kannten. Hier hat sich viel verändert. Waren es damals vor allem kleine Einzelhändler, die eng zusammengepfercht Ihre Shops betrieben, sind hier nun auch Restaurants, Banken, private medizinische Einrichtungen und internationale Ketten vertreten. Auch die Preise sind der Innenstadtlage geschuldet verglichen mit dem JJ-Einkaufszentrum in der Nähe des Chatuchak-Wochenendmarkts deutlich angezogen.

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heiko und micha am 26. Februar 2025 im Topic 'Suedostasien'