Reiseblog
Mittwoch, 26. Februar 2025
Nach dem Gewimmel Bangkoks sehnen wir uns nach Ruhe und Abgeschiedenheit, sind in den Südosten des Landes ans Meer gefahren und östlich von Rayong gelandet.
Mit klimatisierten Überlandbussen kommt man (auch länderübergreifend) bequem durch ganz Südostasien. Jede größere Stadt hat hier Bus Stations, wo man sein Lieblingsziel buchen kann. Das geht auch bequem übers Internet, und so haben wir uns für eine wenig besiedelte Region nicht allzu weit von der kambodschanischen Grenze entschieden.
Die Strände am Suan Son Beach sind hier fast unberührt, nicht vermüllt wie in Pattaya, nur an den Strandstraßen gibt es kleine Essensbuden und ab und an einen Seven Eleven für das Nötigste.

Touristisch ist hier nichts los! Keine Bettenburgen, Nacht- oder Nacktbars, kein Remmi-Demmi, keine Discos. Am Suan Son Beach findet man ein paar kleine Ressorts, die für wenig Euros den Backpackern ausgebaute Schiffscontainer oder kleine, einfache Strand-Bungalows anbieten. Kein Luxus, allerdings mit Klimaanlage, Fernseher, Kühlschrank - das reicht!

Der Strand ist ein Traum und mangels Touristen nur für uns da. Gut, dass es heute etwas bedeckt ist und ein leichter Wind weht, so sind die 34° leichter zu ertragen.
Und so tun wir, was man am Strand eben tut - nämlich nix! Die Wellen rauschen, die Vögel zwitschern, ansonsten Stille … herrlich!

Abends sucht man einen der Essensstände auf, sucht sich an Hand von Fotos auf der Karte etwas aus und lässt sich verwöhnen. Die hygienischen Zustände der Garküchen sind jedoch alles andere als Gesundheitsamt tauglich. Und so trinken wir sicherheitshalber und weil es wohlig blau macht anschließend ein Glas Arrak (ein Tipp unserer Hausärztin: „Das tötet alles!“).

Hier wollen wir erst mal für fünf Tage bleiben und abhängen.
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Dienstag, 25. Februar 2025
Heute waren wir in der Vorstadt von Bangkok in Wat Paknam Phasi Charoen, einem alten Tempelbezirk aus den früheren Tagen Siams.

Wir waren sonntags da und trotzdem war kaum etwas los. Angenehm auch, dass es hier so gut wie keine Touristen gab. Offensichtlich ist die Anlage noch ein Geheimtipp.

Dabei ist der große Bezirk so beeindruckend, dass man vollkommen geflasht wieder geht, weil einen die innerliche Ruhe und Zufriedenheit der hier Lebenden wie auch die gigantischen Statuen und Bauten zutiefst beeindrucken. Es lohnt sich, hier einen Nachmittag Zeit einzuplanen, alles zu besichtigen, den Singsang der Mönche zu hören, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und nicht nur die große Pagode zu besuchen.

Die Meditationshallen, die Wohnhäuser der Mönche, der schön angelegte Garten, in dem Mönche und Nonnen sitzen und sich unterhalten, die alten Thai-Häuser und -Brücken, der riesige Buddha, das alles strahlt Harmonie, Frieden und Gelassenheit aus, sodass man automatisch inne hält und alles auf sich wirken lässt.

Hier ist alles bis ins Detail stimmig, selbst die öffentlichen Toiletten sind liebevoll mit Pflanzen dekoriert und die Waschbecken mit daneben liegenden Handtüchern versehen. Da haben wir in den letzten Tagen ganz andere WCs kennengelernt.
;-)

Wir kamen mit einer alten Nonne über spirituelle Fragen ins Gespräch, die sich über unsere Offenheit freute. Sie hatte selber 12 Jahre in den USA Buddhismus gelehrt und Meditationsworkshops gegeben. Eine liebevolle und entspannte Frau, für die es keine Probleme gab. Man müsse „nur“ immer im Kontakt mit seiner inneren Mitte sein und das könne man ja lernen ...

Die Tempelanlage besitzt auch eine riesige Pagode, wo man mit dem Fahrstuhl nach oben fahren kann und einen herrlichen Ausblick auf Bangkok hat. Man blickt aus alten Tempeln auf die Hochhäuser der Metropole. Schlagartig wird einem hier die Konfrontation dieser Lebenseinstellung mit der Moderne bewusst!

Für uns war dieses Viertel das Highlight der Stadt.
Ein absolutes Must-Have bei einem Bangkok-Aufenthalt!

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Sonntag, 23. Februar 2025
Wir hatten spontan die Idee, uns am Freitagnachmittag auf den Weg zur Tempelanlage „Wat Arun“ zu machen. Vom Hotel aus etwa eine Stunde unterwegs via „Blue Line“ und etwa 900 m Fußweg. Also auf durch die Schwüle in Richtung Metrostation, rein in den Kühlschrank namens „Metro“ dreiviertel Stunde und dann wieder raus in die schwüle Hitze, vorbei an einem kleinen „Naschmarkt“ mit mehreren überdachten Ständen für thailändisches Essen.

Irgendwie spinnte leider die Navigation am Handy, sodass wir zunächst die falsche Richtung zum Tempel einschlugen. Die Zeit etwas im Nacken sprachen wir eine freundliche Thailänderin an, die uns den weg dorthin jedoch recht schnell zeigen konnte.

So eilten wir durch kleine Gassen, bis wir an einer großen Kreuzung direkt vor dem Eingang zur Royal Thai Navy mit zwei herausgeputzten Soldaten davor stehend landeten. Links dann noch in eine Gasse voller auf Kundschaft wartenden Touristenläden, Taxen und Tuk Tuks abgebogen, und schon waren wir am Ziel, oder zumindest am Ausgang der Tempelanlage. Der sehr freundliche Wärter zeigte uns glücklicherweise den Eingang, und so konnten wir in letzter Minute kurz vor Schließung um sechs noch ein Ticket für das Innere des Tempelareals ergattern und den in das Licht der gerade untergehenden Sonne getauchten Tempels mit seinen zahlreichen Fresken und Ornamenten bestaunen.
Wat Arun Pagoden

Frauen, Männer, Jugendliche in traditionellen Gewändern nutzen wie wir das tolle Licht, um den Augenblick mit teils professionellen Fotoausrüstung einzufangen. Wir waren nicht sicher, ob es für diesen feierlichen Aufzug einen Anlass gab, trauten uns aber nicht nachzufragen.
Neben der beeindruckenden Architektur und Dimension beeindruckt die Detailverliebtheit und die Farbenpracht des Wat Arun.

Wir sind einige steile Stufen vorbei an ein paar in orange gekleideten Mönchen auf den zentralen Kern des Tempels gestiegen, um ihn auf einem schmalen Weg einmal zu umrunden und an einer Seite auf das gegenüberliegende Ufer des Chao Praya Rivers blicken zu können. Für den kleinen Park zum Ufer des Flusses hin reichte leider die Zeit nicht mehr, dafür jedoch für eine kleine Pause am Fuße des Tempels, zu der sich ein junger Thailänder gesellte und uns ansprach.
Pause zu Fuße des Wat Aruns

Dank Handys Übersetzungshilfe konnten man sich sogar einigermaßen verständigen, und wir empfahlen dem jungen Thai, der offenbar für eine begrenzte Zeit Arbeit oder ein Praktikum in Europa suchte, sich Rat bei der deutschen, französischen oder einer anderen europäischen Botschaft zu suchen, ob und wie so etwas funktionieren kann.

Schnell schossen wir noch ein paar restliche Fotos, da kamen auch schon die Aufpasser mit Trillerpfeifen und schmissen uns Besucher freundlich aber bestimmt aus der Anlage. Verständlich, auch der netteste Thai möchte irgendwann einmal Feierabend haben.

Nach Verlassen der Tempelanlage war es dann auch schon stockduster, und wir mussten uns erneut orientieren, fanden dann aber doch recht schnell den Weg – diesmal ohne Abstecher in kleine dunkle Gassen – den Weg über die gut beleuchteten Hauptstraße zurück zur Metrostation an deren Ausgang sich direkt der „Naschmarkt“ befand.

Bevor wir uns in den Kühlschrank „Metro“ zurückbegaben, wollten wir noch eben einen Happen auf dem Markt zu uns nehmen. Das gestaltete sich sprachlich gar nicht so einfach, denn Englisch ist hier nicht jedermanns oder -fraus Sache, aber irgendwie fanden wir dann doch etwas Leckeres, zwei kühle Colas und sogar einen freien Sitzplatz in dem regen Geschehen dort.

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Nachts um Drei - ich kann nicht schlafen!
Jetlag!
Hier sitze ich nun am am Bang Sue River, höre exotische Vögel rufen, hinter mir schwimmen Warane im Fluss und ich rauche in der mir zugewiesenen Ecke eine Zigarette.

In Thailand sind die Regeln anders. Hier wird nicht geraucht, weder auf Plätzen, Straßen, auch nicht auf Balkons. So sitze ich im Dunklen im Hinterhof eines Hotels in Bangkok auf einer Holzbank, die für Raucher ausgewiesen ist und versuche, von den zahlreichen Mücken nicht gestochen zu werden. Schön ist anders!

Aber es ist halt alles anders als bei uns. Die Regierung beschließt „Kaugummi kauen verboten!“ und niemand kaut mehr Kaugummi … So läuft das hier!

Gestern sind wir angekommen. Der Tritt aus dem Flugzeug war wie ein Schlag mit der Keule. In Deutschland Minustemperaturen, hier 32 °, stickig und schwül.
Nachdem wir die Rucksäcke abgegeben hatten sind wir erst einmal los um die Gegend zu erkunden.
Um die Ecke liegt der Chakuchak-Wochenmarkt, der größte Markt Asiens. Hier gibt es ALLES: alle Arten von Kleidung, nie gesehenes Obst, Möbel, Schmuck, an den Füssen zusammengebundene Tiere bis hin zu 4m hohen Bäumen in Kübeln. Morgens ist noch nicht viel los, aber abends ist hier das totale Gewimmel.

Am nächsten Tag wollen wir erst einmal Besorgungen machen. Getränke, ein paar T-Shirts zum Wechseln … In dieser Region gibt es kaum Supermärkte, höchstens einen kleinen Seven Eleven um die Ecke. Geschäfte findet man vor allem in den Malls, den zahlreichen Shop-in-Shop-Kaufhäusern der Stadt. Sie sind riesig und ein Konzept für die Anordnung der Läden gibt es nicht! Ein Shop steht neben dem nächsten, Kleidung wechselt sich mit Obst oder Elektronikladen ab, Imbisse und Cafes mit Fachgeschäften für die neuesten kalifornischen Grass-Sorten, die man in großen Gläsern anbietet - „Kiffers Paradise!“.

Vor allem gibt es immer wieder alle erdenklichen Püppchen: Mangafiguren, Fantasygestalten, Comic-Helden und Berge von Kuscheltieren in allen Größen, die (vor allem von Jugendlichen) an Hose oder Tasche befestigt werden oder die man auf dem Arm trägt wie einen kleinen Hund und für Gesprächsstoff in herumstehenden Gruppen sorgen. Die Thais sind ganz verrückt nach ihnen. Selbst erwachsene Männer stehen in den Shops, diskutieren die Vorzüge der einzelnen Figuren und bewundern die Auslagen. Da müssen wir schon grinsen ...
„Mittenmang im Jerümpel“ stehen Reihen von Bambusliegen mit Handtüchern, auf denen man sich vor den Vorbeigeheden massieren lassen kann – für uns sehr ungewöhnlich.
Handwerker, der sich mit den wirren Stromleitungen auskennt
In den Straßen läuft alles dicht an dicht nebeneinander her, ständig unterbrochen von Motorrädern, die zwischendurch auch den Bürgersteig nutzen, schlimmer als die Fahrradfahrer in Amsterdam. Und ständig wird etwas repariert: das Gewirr von Stromleitungen über uns will gewartet werden (wie blickt man da nur durch?), KFZ-Mechaniker reparieren ihre Wagen vor dem Geschäft und zeigen ihr Können, während wir uns vorbei quetschen, uniformierte Securitykräfte wie Polizisten versuchen irgendwas zu regeln, trillern auf Pfeifen, weisen einem den Weg. Wenn man zurück ins Hotel findet ist man wie erschlagen ...
Kaufhaus
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Teil 2


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