
Wir brauchen mehr Kleidung zum Wechseln!
Das lässt sich in Vietnam preiswert erledigen, schließlich produziert das Billiglohnland Jeans und T-Shirts für die ganze Welt. Und da hier die neuste Mode umgesetzt wird, ist alles hochaktuell.
So haben wir uns per ÖPNV auf den Weg in den Distrikt 1 gemacht, der - umgeben von Hochhäusern – das alte Vietnam widerspiegelt.
Vorne am Eingang des Busses befinden sich keine Sitze, sondern ein Plateau mit allem möglichen Kram. Essen und Getränke, ein kleiner Buddha samt Räucherstäbchen, Bustickets samt Wechselgeld, Taschen, alles liegt hier in einem kreativen Chaos herum. Wir zeigen auf dem Handy, wo wir hinwollen („Do you speak English?“, nein, offenbar nicht!), was schnell zu einer Diskussion unter den Fahrgästen führt, die wiederum ihr Handy zücken und erregt die Vor- und Nachteile der einzelnen Busstationen besprechen. Als man sich einig ist, wird uns klargemacht, sie sagen Bescheid, wo wir aussteigen sollen. Funktioniert auch ohne Englisch ...

Heiko besorgt sich T-Shirts, ich Shirts und eine Baggyhose, die den Backpacker-Look unterstreicht.
Da Shoppen hungrig macht, probieren wir anschließend das hiesige Essen. Unser vietnamesischer Lieblingsimbiss in Solingen hat uns eine Liste aufgeschrieben, was wir alles probieren müssen („Sooo, sooo lecker!“). Und sie haben recht! Pho-Suppen, gefüllte Pfannkuchen, Sesam-Hühnchen, alles mundet köstlich!
Nachmittags geht´s ins Nationalmuseum. Hier finden sich aus der Steinzeit (500.000 v Chr.) bis heute eine Vielzahl von Alltagsgegenständen, Skulpturen und Nachbildungen erfolgreicher Schlachten des heroischen Volkes. Die Buddhas der Frühzeit wirken erstaunlich stylisch-modern.

Praktischerweise befindet sich direkt neben dem Museum eines der in Vietnam so populären Wasserpuppentheater. Man stelle sich dabei ein gut gefülltes Wasserbecken vor, in dem Puppen hinter einem als Kulisse dienenden Vorhang über lange Stäbe bewegt werden. Auch hier alles „nur“ in Vietnamesisch, aber da uns die Geschichte von „Arielle die Meerjungfrau“ nicht ganz fremd ist, können wir der Handlung einigermaßen folgen. Dazu gehört zu unserer Belustigung auch jede Menge aufgeregtes Geschrei des jüngeren Publikums, sobald die böse Meerhexe, ihr verbündeter Wasserdrache oder die – weil leicht abweichend von der Originalgeschichte – Mengen an Plastikmüll auftauchen, in denen der von Arielle bewunderte Prinz zu ersticken droht. Schön, dass der Umweltgedanke auch hier angekommen ist.

Dem Bewegungsdrang der Kids wird durch aktuelle Musikhits Rechnung getragen; da bleibt niemand in den Reihen sitzen, sondern es wird ordentlich abgetanzt. Jedes der Kinder hat bereits einen eigenen Tanzstil, der konsequent durchgezogen wird. Unterstützt wird die mystische Atmosphäre durch auf dem Wasser wabbernden Nebel, bunten Lichteffekten, sobald die böse Hexe ihren Zauberspruch spricht, oder einem finalen Wunderkerzenfeuerwerk zum Happy End. Zum Abschluss kamen die Puppenspieler nach vorne, und die Kids durften die Puppen mit großen Augen auch einmal anfassen. Knuffig!

Wenn man schon einmal in Saigon ist, dann darf ein Besuch des Alten Postamts aus der Kolonialzeit der Franzosen, das durch den Erbauer des Eiffelturms in Paris Gustave Eiffel konstruiert wurde, nicht fehlen.

Natürlich hat sich das herumgesprochen, und so werden hier ganze Busladungen von Chinesen und anderen Touristen abgeladen, die dann lautstark durch die eine große Halle herumgeführt werden. Im Inneren warten neben den auch heute noch genutzten Postschaltern Souvenierstände, die hauptsächlich Postkarten umsetzen, die die Besucher dann an mehreren langen Schreibtischen beschriften und am Schalter nach Hause versenden können. Auch hier: sehr viel Trubel, aber wir hatten Glück, bekamen recht schnell einen Platz am Schreibtisch, konnten so u. a. eine Karte an unseren Lieblings-Asia-Imbiss senden und uns für die Tipps bedanken. Mal sehen, wie die Reaktion bei unserer nächsten Bestellung ist, wenn wir wieder zu Hause sind.

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heiko und micha am 11. März 2025 im Topic 'Suedostasien'