Reiseblog
Heute fangen wir in unserem Blog mit etwas Geschichte an:
im frühen Mittelalter wurde der größte Teil Südostasiens von den Khmer regiert. Das war ein Gebiet von Thailand über den Süden Chinas, bis hin zu Laos, Kambodscha und Vietnam.
Jayavarman II., der dieses riesige Reich einte, liess sich 802 zum „König der Könige“ ausrufen und begann mit dem Ausbau seiner Königsstadt Angkor. Da die Kultur der Khmer stark von Indien geprägt war, wurde Angkor Wat hinduistisch. Besonders der sechsarmige Gott Shiva wurde hier verehrt und findet sich überall wieder.



Als der spätere Jayavarman VII. 1181 zum Großkönig gemacht wurde, konvertierte er zum Buddhismus, der sich gerade in Asien ausbreitete. Sein neuer Glaube sollte sich auch in seiner Hauptstadt widerspiegeln, Angkor Wat war nicht mehr „in“. Er galt zwar als sanfter und friedliebender König. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, hunderttausende von vorhandenen Kriegsgefangenen als Sklaven zum Bau der neuen Hauptstadt heranzuziehen. Angkor Thom entstand.

Und so kommt es, das zwei ehemalige Hauptstädte und in deren Zentren mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe nicht weit voneinander errichtet wurden. Sie sind längst untergegangen, werden jedoch in den letzten Jahrzehnten vom Urwald wieder freigelegt. Siem Reap ist die nächst größte Stadt zu Angkor, deshalb sind wir gerade hier.
Wir haben uns für eine Mammuttour entschieden und Angkor Wat und Angkor Thom an einem Tage besichtigt und uns auf die größten Tempelanlagen beschränkt. Da sich diese auf einer Fläche von 200 km² befinden geht das nicht zu Fuss. Einige Wenige versuchen das mit dem Fahrrad, aber bei 38° verzichten wir auf solch sportliche Ambitionen. Bleibt das Auto ...
Einige Tuk-Tuk-Fahrer bieten diese Dienste an. Man kann sie pro Tag „mieten“. Das ist nicht teuer (22$) und sie sind meist sehr erfahren, beraten einen bei den Besichtigungen und sorgen dafür, dass ihre Kunden unterwegs gut versorgt sind und wieder heil zurück kommen – denn bis auf ein Paar Stände am Eingang gibt es im Urwald nichts zu kaufen und mit einer Flasche Wasser kommt man hier nicht weit!

In Siem Reap lernten wir Sophart kennen, einen jungen Tuk-Tuk-Fahrer, der sehr bescheiden und kompetent rüberkam. Er holte uns morgens um 9:00 Uhr vom Hotel ab und wir fuhren erst einmal wegen einer Genehmigung zur Beschtigung der Anlage ins Amt („No ticket, no tempel!“). Das ist mit fast 40 € teuer, aber mit dem Geld werden fünf Krankenhäuser in Kambodscha finanziert.

Dann ging die Fahrt los! Als erstes fiel uns der ohrenbetäubende Lärm von Millionen von Heuschrecken auf, die hier im Wald leben. Wir konnten ihr Getöse gar nicht zuordnen und hielten es für laufende Maschinen, die wir nicht ausfindig machen konnten …
Und dann erschien am Horizont Angkor Wat. Sicherlich das beeindruckenste Erlebnis der gesamten Reise.

Viele der größeren Tempel wurden in den letzten Jahren freigelegt, wurden von Bäumen befreit und besitzen Zufahrtswege. Ganz so zugewuchert wie vor 20 Jahren sieht es hier nicht mehr aus.

Bereits um 11: Uhr waren wir von oben bis unten komplett nass! Sophart lachte nur, wenn wir von einer der Tempelbesichtigungen zurückkamen und versorgte uns immer wieder mit kühlen Tüchern und Mineralwasserflaschen aus seiner Kühlbox. Und dann gings weiter.



Um 13:00 Uhr wurden wir schlapp.



Aber erst um 17: Uhr hatten wir all das gesehen, was wir uns vorgenommen hatten, fuhren ins Hotel zurück und fielen nach einer kalten Dusche erst einmal aufs Bett ...



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